Neuzugang #6: Lukas Bang

Das entscheidende Meisterschaftsspiel in Osthofen zählt zu den Höhepunkten in der bisherigen Handballkarriere von Lukas Bang (mit Ball). Archivfoto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer

„Damals war ich konditionell ein Wrack“
Der sechste Neuzugang der Sportfreunde Budenheim, Lukas Bang, im Interview

Lukas Bang ist der sechste Neuzugang der Ersten Mannschaft bei den Sportfreunden. Der 20-jährige Linkshänder ist der einzige im Team, der bislang ausschließlich in Budenheim gespielt hat. Vor knapp einem Jahr nahm seine Handballkarriere plötzlich rasant Fahrt auf. Der Grund war eine außergewöhnliche Wette – die er verloren hat.


Der Sportfreund: Lukas, Du hast seit einiger Zeit einen Spitznamen, der mir offenbar größere Schwierigkeiten bereitet als Dir selber. Wie bist Du zu ihm gekommen?

Lukas Bang: Als ich mit meinem engeren Freundeskreis feiern war, kam ein guter Kumpel auf den Spitznamen „Lingling“ – und alle fanden ihn witzig. Er hat sich anschließend zuerst in meinem Freundeskreis etabliert und dann auch relativ zügig im Handball.

Dieser Spitzname spielt ja eindeutig auf Deine asiatischen Gesichtszüge an – empfindest Du das nicht als rassistisch?

Nein. Wenn mich jemand „Lingling“ nennt, tut er dies nicht mit rassistischen Absichten. Ich nehme das eigentlich immer mit Humor.

Eigentlich immer – oder immer?

Immer! Wer nicht über sich selbst lachen kann, darf auch nicht über andere lachen.

Das leuchtet ein! Nach der Rheinhessenmeisterschaft der Zwoten hat Trainer Michael Gruß mir im Interview gesagt, dass Du ihn in der vergangenen Saison von allen Spielern am meisten überrascht hast, und zwar gleich doppelt: Einmal, dass Du eine Abnehm-Wette mit Deinem Mitspieler Fabian Vollmar angenommen hast. Und anschließend, dass Du doch eine Taille hast. War diese Wette ein Meilenstein in Deiner Sportler-Laufbahn?

Das ist schwer zu sagen. Ich denke, dass ich auch vorher schon kein schlechter Handballer war. Aber durch die Gewichtsabnahme bin ich natürlich athletischer unterwegs und einfach fitter. Ich denke, ich hätte die Vorbereitung der Ersten Mannschaft mit der damaligen Fitness nicht gepackt.

Der Wettbewerb ging von Ende November bis Ende Januar, und man konnte Euch beiden in dieser Zeit förmlich beim Schmelzen zusehen. Wer hat eigentlich gewonnen, und was war Euer Einsatz?

Das war eine richtig harte Zeit – besonders während der Weihnachtsfeiertage! Es ging um 200 Euro, und Fabian hat die Wette schließlich gewonnen. Bitter, aber es war mir jeden Cent wert! Ich bin mit 88 Kilo gestartet und am Ende waren es noch 71. Heute bin ich bei 77,5 Kilo.

Und Fabian Vollmar?

Das musst Du ihn selber fragen (lacht)

Er ist aber gerade nicht da ...

Was der geleistet hat, ist kaum zu übertreffen: Dieses Tier ist von 101 Kilo auf 77 runter. Er hat also in nur zwei Monaten fast ein Viertel seines Körpergewichts verloren – unglaublich!

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Wett-Pate Fabian Vollmar. Archivfoto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer


Krass, Ihr zwei! Du hattest damals Deine Ernährung radikal umgestellt und auch komplett auf Alkohol verzichtet. Inwieweit hast Du die gesunde Lebensweise auch nach dem Ende der Wette beibehalten?

Fast gar nicht, jedenfalls nicht bewusst. Ich denke aber, dass ich unterbewusst viele Dinge in Bezug auf meine Ernährung mitgenommen habe. Beim Alkohol allerdings hatte ich danach eher Nachholbedarf (lacht).


Hättest Du Dir im November vorstellen können, die nächste Vorbereitung bei der Ersten Mannschaft mitmachen zu dürfen? Und nun sogar, nach einer erfolgreichen „Probezeit“, tatsächlich zum Kader zu gehören?

Auf keinen Fall! Ich war damals konditionell ein Wrack. Es kam mir auch gar nicht so richtig in den Sinn, dass überhaupt die Chance besteht, dass ich diese Saison bei der Ersten mitmische - bis mich Volker Schuster, der Trainer der Herren I, Ende der vergangenen Spielzeit fragte, ob ich nicht Bock hätte.

Was hast Du da gedacht?

Ich habe mich natürlich gefreut und direkt zugesagt, auch wenn ich anfangs Bedenken hatte: Der Rechte Rückraum war meine Stammposition, seit ich vor neun Jahren mit dem Handballspielen begonnen habe. Doch für die Erste fehlt mir noch der Körper dazu, daher war mir klar, dass ich meine Einsatzzeiten in erster Linie auf der Rechtsaußenposition bekommen werde. Inzwischen habe ich mich aber mit diesem Gedanken angefreundet.

Apropos – außergewöhnlich bei Dir ist, dass Du als Linkshänder sowohl auf Rechtsaußen als auch im Rechten Rückraum einsetzbar bist. Warum gefällt Dir die Rückraumposition besser?

Als Rückraum kannst Du das Spielgeschehen viel mehr lenken. Du verteilst Bälle, während Du als Außen eher darauf angewiesen bist, überhaupt Bälle zu bekommen.

... was je nach Mannschaft ganz schön frustrierend sein kann, wenn die Anspiele eben nicht kommen und der Rückraum Dich auf Außen verhungern lässt. Wie ist das in der Ersten?

In der Ersten ist das top! Wir haben im Rückraum gute Spieler, die eine hervorragende Übersicht haben. Da passiert es sogar schonmal, dass ich ein, zwei Bälle zu viel bekomme und mich genötigt sehe, aus Winkeln zu werfen, aus denen ich es eigentlich gar nicht will.

Steckbrief

Name: Lukas Bang
Spitzname: Ling Ling/ Bang/ Banger
Geburtstag: 2. Februar 1999
Geburtsort: Mainz
Aufgewachsen in Budenheim
Größe: 1,78 m
Gewicht: 78 kg
Wurfhand: links
Positionen: Rechtsaußen, Rechter Rückraum
Vorherige Mannschaft: SFB II
Ausbildungsverein: Budenheim
Erfolge: Jugendbundesliga-Saison, dort 37:24 Sieg gegen Leipzig; Rheinhessenmeister 2018/19


Was sind Deine besonderen Stärken?


Ich habe ein gutes Eins-gegen-Eins, und dadurch kann ich Platz für meine Mitspieler im Rückraum schaffen.

Ich würde noch ergänzen, dass Du gnadenlos in die Lücken gehst und auch dadurch Räume schaffst. Und woran musst Du am meisten arbeiten?

Mein Wurf von außen ist definitiv noch ausbaufähig. Aber am meisten muss ich weiter an meinem Körper arbeiten, vor allem an meiner Athletik: Ich will noch schneller und stärker werden.

Ist also bald der nächste Abnehm-Contest fällig?

Nein, ich glaube, so etwas muss ich in diesem Leben vorerst nicht mehr machen. Ich sollte lieber öfter unser Team-Fitnessstudio „Aktiv & Gesund“ aufsuchen (lacht).

Daran, dass Du überhaupt mit Handball angefangen hast, hatte Volker Schuster einen gewissen Anteil …

Ich habe zunächst fünf Jahre Fußball gespielt, ehe ich mit dem Handball begonnen habe. In der Grundschule hatte ich in der Ganztagsschule eine Basketball AG, die Volker geleitet hat. Er hat mir damals gesagt, ich solle doch mal zum Handballtraining kommen. Da war er aber nur einer von vielen, da mein gesamter Freundeskreis schon bei den Sportfreunden war. Zwei, drei Jahre später, als ich elf war, haben sie mich dann aber doch bekommen. Volker war dann in meinem zweiten D-Jugend-Jahr mein Trainer.

Du hast am letzten Spieltag der vorigen Saison mit der Zwoten die Rheinhessenmeisterschaft gewonnen – wie hast Du den Titelgewinn in Osthofen vor 500 Zuschauern erlebt?

Das war eines der geilsten Spiele meiner bisherigen Laufbahn. In Osthofen ging es schon zu C-Jugend-Zeiten immer richtig rund, und wir waren alle richtig heiß darauf, dieses Saisonfinale gegen den direkten Meisterschaftskonkurrenten zu gewinnen. Ich habe selten Mannschaften mit solch einer Motivation spielen sehen wie unsere an diesem Tag. Das war Wahnsinn!

Welche weiteren großen Momente hattest Du im Handball?

Ein weiteres herausragendes Ereignis war ganz eindeutig der 37:24-Kantersieg gegen den A-Jugend-Bundesliga-Spitzenreiter DHfK Leipzig als Tabellenletzter.

700_Erste_Herren_2019-44.jpgLukas Bang. Foto: Sportfreunde Budenheim / Dennis Weißmantel

Von diesem Sieg schwärmt auch Paul Baum noch, der im vergangenen Jahr ebenfalls Zwote gespielt hat und jetzt nach oben gegangen ist. Du bist der sechste Neuzugang in der ERSTEN – vier von ihnen sind sogar jünger als Du mit Deinen 20 Jahren. Welche Rolle spielen die U21-Spieler in dieser Saison?

Wir spielen natürlich eine wichtige Rolle. Das geht auch gar nicht anders, nachdem sich das Team so sehr verjüngt hat. Allerdings sind die Führungsrollen in der Mannschaft klar verteilt, und ich denke, dass wir Jungen uns von den Alten noch viel abschauen können. Die meisten jungen Spieler müssen sich auch erstmal an den körperlichen Unterschied und an das höhere Tempo in der Oberliga im Vergleich zur Rheinhessenliga gewöhnen.

Und wie siehst Du Deine eigene Rolle?

Wir sind auf Rechtsaußen mit Kai Diehl und Tristan Gräber sehr gut besetzt, und ich kann noch einiges lernen. Aber ich denke, ich werde meine Einsatzzeiten bekommen. Schließlich bin ich ja auch noch relativ jung und habe es nicht eilig.

Das Interview führte Ingo Fischer.

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