20 Sekunden Chaos: Die ERSTE schlägt Ligaprimus Zweibrücken

700_1_IMG_2819.jpgFreude nach dem Sieg gegen den Spitzenreiter: Kreisläufer Eike Rigterink und Mannschaftsbetreuer Markus Kaltenbach feiern gemeinsam. Foto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer

20 Sekunden Chaos – und dann nur noch Jubel
In einer hochdramatischen Schlussphase schlägt Budenheim Ligaprimus Zweibrücken 23:22

Eine mit mehr als 400 Zuschauern prallgefüllte Budenheimer Waldsporthalle, eine zu Hause bislang ungeschlagene und seit sieben Spielen hintereinander siegreiche Heimmannschaft sowie ein Gast, dem nur noch ein Sieg zum Allzeit-Oberliga-Hinrundenrekord fehlte: Das Duell DJK Sportfreunde Budenheim (21:5 Punkte, Platz 3) gegen den SV 64 Zweibrücken (28:0 Punkte, Platz 1) versprach ein echtes Handball-Highlight zu werden. Und das wurde es – von der ersten Minute bis zur allerletzten Sekunde. Schon am kommenden Samstag (14. Dezember) steht gegen Lokalrivalen und Ligazweiten SG Saulheim ab 19:30 Uhr das nächste Topspiel der Sportfreunde in der Waldsporthalle an.


Der Star ist die Abwehr – das galt für beiden Seiten. Die aggressive Defensive prägte das Spitzenspiel der Oberliga RPS zwischen den heimstarken Sportfreunden Budenheim und dem 14-fachen Seriensieger SV 64 Zweibrücken von Beginn an. So waren schnelle Gegenstöße und sonstige freie Abschlüsse aus dem gebundenen Spiel Mangelware, stattdessen war fast jedem Treffer harte Arbeit vorausgegangen. Keine Mannschaft konnte sich mit mehr als zwei Toren absetzen. Der längste Lauf gelang den von ihrer „Weißen Wand“ lautstark unterstützten Gästen aus Zweibrücken, als sie in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit einen 9:7-Rückstand bis zur Pause in eine 9:11-Führung wandeln konnten.

Diese zehn torlosen Minuten sollten an diesem Abend jedoch die einzige längere Schwächephase der Sportfreunde Budenheim bleiben. Nach Wiederanpfiff kamen die Männer von SFB-Coach Volker Schuster und seinem Co., Armin Henke, gestärkt und fokussiert zurück aufs Spielfeld: Bis zur 37. Minute hatten die den Rückstand in eine 14:12-Führung getauscht. Dann allerdings war wieder der souveräne Tabellenführer am Zug und ging in der 47. Minute nach einem 5:1-Lauf mit 15:17 in Führung. Es sollte der letzte Zwei-Tore-Vorsprung für eines der beiden Teams in dieser Partie gewesen sein: Weiter ging es mit 17:17, 18:18, 19:19, 20:20, 21:21 und 22:22 (59.) durch Gästespieler Tim Schaller, gut eine Minute vor dem Ende - Ausgleich für Ausgleich ging das extrem spannende Spiel dem Finale furioso entgegen, wobei die Sportfreunde seit dem 19:19 stets einen Treffer vorgelegt hatten.

Volles Risiko

Die letzte Minute beginnt. Budenheim ist zwar in Ballbesitz, muss aber aufgrund einer Zeitstrafe gegen Eike Rigterink noch 40 Sekunden in Unterzahl agieren. Trainer Schuster geht volles Risiko, holt seinen Keeper Christian Kosel, der zuvor erneut eine grandiose Leistung gezeigt hat, von der Platte und wechselt einen sechsten Feldspieler ein. In der ersten Halbzeit war das einmal schief gegangen, als Budenheim nach einem Ballverlust in der Offensive einen einfachen Gegentreffer ins leere Tor gefangen hatte. Eine ähnliche Situation könnte jetzt spielentscheidend sein.

Doch das Risiko zahlt sich aus: 32 Sekunden vor Schluss bekommt Kreisläufer Kevin Knieps den Ball und erzielt mit seinem sechsten Treffer nervenstark die 23:22-Führung für seine Sportfreunde. Wer Handballspiele kennt, weiß, dass das noch nicht die Entscheidung ist. Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher nimmt seine letzte Auszeit, um sein Team auf die letzte halbe Spielminute einzustellen. Eine schwere Entscheidung steht an: Zehn Sekunden ist sein Team noch in Überzahl – also gegen die dezimierte Abwehr einen schnellen Abschluss suchen? Aber dann hätte Budenheim anschließend noch ausreichend Zeit, den finalen Stich zu setzen. Oder aber mehr Zeit von der Uhr nehmen, um seinem Team mit einem späten letzten Tor zumindest das Remis zu sichern, was im Kampf um die Meisterschaft sehr wichtig wäre?

Deckel drauf? Fehlanzeige!

Um es kurz zu machen: Nach dem Wideranpfiff ist Zweibrücken nun erstmals in diesem Spiel mit der Situation überfordert. Schon nach wenigen Sekunden vertändelt ein Löwen-Spieler den Ball unbedrängt an die Sportfreunde, und sofort nimmt SFB-Coach Schuster seinerseits die letzte Auszeit. Es sind noch 20 Sekunden auf der Uhr, die es gegen die nun zu erwartende offene Manndeckung nur noch runterzuspielen gilt. „Nur“? Nein, denn auch 20 Sekunden können im Handball eine verdammt lange Zeit sein, zumal jetzt auch bei den Sportfreunden die Nerven blank liegen. Wiederanpfiff: Gleiches Bild wie zuvor, nur diesmal verlieren die Sportfreunde nach wenigen Sekunden den Ball an den Gegner, noch 15 Sekunden zu spielen, postwendend der nächste Ballverlust im Neun-Meter-Raum der Budenheimer.

Jetzt aber der Deckel drauf: Zu dritt laufen drei Sportfreunde auf die letzten beiden verbliebenen Deckungsspieler der Löwen zu - das muss doch die Entscheidung sein! Doch Ballführer Finnian Lutze fällt vor dem Tor die falsche Passentscheidung, sein Ball wird abgefangen und wieder geht es mit Highspeed zurück in die andere Richtung aufs Budenheimer Tor. Die Zuschauer halten den Atem an, die Hallenuhr tickt, noch drei Sekunden, der letzte Angriff rollt rasant auf das Budenheimer Tor zu. 59:59: SV64-Rückraumspieler Marc Robin Eisel schließt aus dem linken Rückraum frei von acht Metern ab – doch Lukas Nagel bekommt seitlich gerade noch die Hände an den Ball, der abgefälscht im Toraus landet. Zeitgleich ertönt die Schlusssirene, und Budenheim liegt sich wild tanzend in den Armen. Das Spitzentrio aus Zweibrücken (28:2), Saulheim (26:4) und den Sportfreunden Budenheim (23:5) ist dadurch zum Abschluss der Hinrunde – nur die Sportfreunde müssen im Januar noch ein Nachholspiel gegen Bingen absolvieren – wieder eng zusammengerückt.

Saulheim kommt

Acht Spiele in Folge haben die Sportfreunde nach dem durchwachsenen Saisonstart nunmehr gewonnen und dabei bewiesen, dass das extrem junge Team extrem schnell zusammenwächst (ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist). Doch zum Auf-den-Lorbeeren-Ausruhen ist noch keine Zeit: Denn am kommenden Samstag (14. Dezember) können die Sportfreunde ihren Lauf in der eigenen Halle krönen. Dann ist ab 19:30 Uhr das nächste Spitzenteam aus Saulheim zu Gast in der Budenheimer Grünen Hölle. Das Team also, das unseren Jungs den Start in die Oberligasaison gehörig vernagelt hat – 28:24 hatte die SG im September gewonnen. Eine der Hauptstärken des rheinhessischen Nachbarn ist die extreme Nervenstärke: Sechs Mal in dieser Saison gingen Spiele der SG Saulheim mit einem oder zwei Toren Unterschied aus. Sechs Mal war Saulheim der Sieger.

Spieler und Tore: Christian Kosel, Karim Ketelear – Kai Diehl (6), Kevin Knieps (6/2), Lukas Nagel (5), Arne Teschner (4), Finnian Lutze, Manuel Kühn (je 1), Paul Baum, Johannes Sturm, Finn Engelmann, Marcel Jamin, Eike Rigterink.

Der Sportfreund

Sonntag, 12.01.2020, 18:00

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