Pibbo vor seinem letzten Spiel: Wegen „Talentlosigkeit“ einst fast vom Handball abgemeldet

Das bekannteste Gesicht des Budenheimer Handballs, „Pibbo“ Becker, beendet am Samstag seine Sportlerkarriere. Foto: Sportfreunde Budenheim / Ingo Fischer

Abschied von Philipp Becker
Wegen „Talentlosigkeit“ einst fast vom Handball abgemeldet


Mit Philipp Becker beendet am Samstagabend das Aushängeschild des Budenheimer Handballs mit gerade einmal 29 Jahren seine Sportlerkarriere – das mehrfach operierte linke Knie hält den Belastungen nicht mehr stand. Ab 18 Uhr wird „Pibbo“ im Saison-Abschlussspiel gegen Friesenheim II ebenso wie Lukas Scheer, Christopher Goetzien, Benjamin Glindemann und Benjamin Kröhle zum letzten Mal als aktiver Spieler in der Budenheimer Waldsporthalle auf der Platte stehen. Im Interview spricht er über verheerende Diagnosen, wie er zu seiner Rückennummer 49 kam, warum in seinem Elternhaus beim Essen bisweilen nicht über Handball gesprochen werden durfte, seine späte Zündung, Trainingseinheiten mit Nationalspieler Steffen Weinhold und eine legendäre Rückfahrt im Mannschaftsbus.


Der Sportfreund: Was fühlst Du, wenn Du an Dein bevorstehendes Abschiedsspiel denkst?

Philipp Becker: Pure Freude! Ich freue mich wahnsinnig darauf, noch einmal das Trikot mit der 49 überzuziehen, mit den Jungs auf der Platte zu stehen und vor hoffentlich vielen Zuschauern in der Waldsporthalle los zu legen. Aber es ist natürlich auch ein bisschen Wehmut mit dabei, das kann ich nicht leugnen.

Wann ist Dir klar geworden, dass nach dieser Saison Schluss sein wird?

Nach der letzten MRT-Untersuchung meines linken Knies Ende Januar. Die Ergebnisse waren so katastrophal, dass es schwerwiegende und irreparable gesundheitliche Folgen hätte, wenn ich weiterhin mit der Intensität wie bislang Handball spielen würde.

Welche Folgen konkret?

Wenn ich weitermachen würde wie bisher, müsste ich mich in den nächsten Jahren ernsthalft mit dem Gedanken an ein künstliches Knie anfreunden, was in meinem Alter eine mittelschwere Katastrophe wäre. Es ist kaum noch gesunder Knorpel im Knie vorhanden, und die Belastung in Training und Wettkampf ist einfach zu hoch.

Du sagst: „Wenn ich so weitermachen würde wie bisher …" - behältst Du Dir damit ein Hintertürchen offen, Deine Sportlerkarriere etwa in der Zwoten oder Dritten mit etwas weniger Intensität doch noch fortzusetzen?

Leider ist das keine wirkliche Option. Anfang des kommenden Jahres folgt eine weitere OP, um den Knorpel einigermaßen auf Vordermann zu bringen. Danach werde ich mein Knie keinem Risiko mehr aussetzen.

Klingt vernünftig. Dein bislang letzter Auftritt war – etwas überraschend – gegen den TV Hochdorf, bei dem Du entscheidend zum Punktgewinn gegen den möglichen Drittliga-Wiederaufsteiger beigetragen hast.

Ja eigentlich war das so nicht geplant: Durch die frühe Rote Karte von Lukas Scheer hat sich es dann so ergeben. Es war nochmal der Hammer, vor solch einer Kulisse so ein sportlich geiles Spiel zu spielen. Und ich bin sehr froh, einen Teil dazu beitragen zu haben, dass wir einen Punkt gewinnen konnten.

Wie ging es Deinem Knie nach dem Spiel?

Mein Knie war danach zwei Wochen lang sehr dick und geschwollen. Ich habe jetzt, einen Monat später, noch Probleme, Treppen hoch und runter zu laufen. Das verdeutlicht einfach, dass es die richtige Entscheidung ist, im Sommer die Segel zu streichen.

Wann haben Deine Knieprobleme eigentlich angefangen?

Ich hatte meine erste Verletzung an dem Knie 2013 in Groß-Umstadt mit einem Innenbandriss. Der verheilte relativ gut. Im Rückspiel mit den Sportfreunden in Illtal 2017 hatte ich nach einer 1:1-Situation einen stechenden Schmerz im Knie und konnte nicht mehr laufen. Die anschließende MRT-Untersuchung ergab, dass sich ein Stück vom Oberschenkelknochen gelöst und in den Knorpel gebohrt hat. Das wurde dann in zwei OPs behoben: Erst wurde gesunder Knorpel entnommen und gezüchtet, dann wurde das Knochenstück entfernt und der gezüchtete Knorpel wieder eingesetzt. Das verlief soweit auch alles einwandfrei, allerdings hat sich der Rest des Knorpels in den vergangenen beiden Jahren rasant verabschiedet. In der angesprochenen kommenden OP soll das Ganze jetzt wiederholt werden, sodass ich anschließend den Alltag mit „normalem Sport“ wie Gehen oder Radfahren bewältigen kann.

Das heißt, der Zustand Deines Knies hat sich so rasant verschlechtert, dass Du kaum Zeit hattest, Dich mental auf Dein Karriereende vorzubereiten.

Das stimmt – noch in dieser Saison lief es nach der Vorbereitung zunächst richtig gut: Ich konnte ohne Schmerzen trainieren und spielen und war guter Dinge, meine Handball-Laufbahn nach dieser Spielzeit noch ein weiteres Jahr fortsetzen zu können. Doch dann kamen Ende des Jahres die Schmerzen zurück, und die verheerende Diagnose nach der MRT-Kontrolle war ein Schock für mich. Mittlerweile habe ich mich einigermaßen damit abgefunden und versuche jetzt, der Mannschaft auf anderen Wegen zu helfen.

Du hattest schon vor einigen Wochen in der Presse angekündigt, dass Du in anderer Funktion bei den Sportfreunden Budenheim weitermachen wirst. Ist das inzwischen konkreter geworden?

Ja genau, ich will und werde definitiv bei der Mannschaft bleiben. In welcher Art und Weise, das wollen Trainer Volker Schuster und ich in den nächsten Tagen zusammen definieren.

Lass‘ uns vor Deinem Abschied zurückblicken, wie alles begann. Wann bist Du das erste Mal mit dem Handball in Berührung gekommen?

Das war im Alter von vier oder fünf Jahren, wenn ich mich richtig erinnere, damals beim Minitraining bei Hanne Bühring. Dass mein Vater damals ebenfalls bei den Sportfreunden spielte, hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass ich das auch mal probieren wollte.

Wann hast Du entdeckt, dass Du außergewöhnlich viel Talent hast?

Puh, das kam relativ spät. Noch in der D-Jugend – ich muss etwa 12 Jahre alt gewesen sein – hat mein Vater ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, mich wegen vermeintlicher Talentlosigkeit wieder vom Handball abzumelden.


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Nach gemächlichem Start nahm Philipp Beckers Handballkarriere in der C-Jugend richtig Fahrt auf. Archivfoto: Privat


Ernsthaft jetzt?

Philipp Becker: Ja wirklich – er hat mir ein paar Jahre später Video-Mitschnitte aus dieser Zeit gezeigt, und ich muss sagen, dass ich dasselbe gedacht hätte wie er: ‚Das hat keinen Zweck mit dem Jungen!‘ Mein D-Jugend-Ich hatte null Interesse an dem Spiel und hat sich stattdessen mehr in der Gegend umgeschaut und sich mit Nebensächlichkeiten beschäftigt. Das änderte sich kurz darauf aber doch ziemlich rapide und ich entwickelte einen guten Draht zu dem Sport.

Ein Spätzünder, das hätte ich nicht gedacht (lacht)! Gab es eine Initialzündung bei Dir – ein besonderes Ereignis etwa, durch das Du den Hebel umgelegt hast?


Spätzünder trifft es ganz gut! Tatsache ist, dass sich im zweiten Jahr der C-Jugend dann herauskristallisiert hat, dass ich wohl doch ein bisschen Talent mitbekommen habe, denn da durfte ich in der B-Jugend mitspielen. Aber DEN einen Aha-Effekt gab es nicht. Mein damaliger Trainer, Michael „Maggi“ Marckart, hatte erheblichen Anteil an meiner Entwicklung, gerade was Dinge wie Disziplin und Pünktlichkeit betrifft – und die für meine spätere Laufbahn elementar wichtige Einstellung, alles dem Handball unterzuordnen.

Hattest Du weitere Förderer in der Jugend?

Auch Icke (Dirk Rochow), der damals die A-Jugend trainierte, hatte sicherlich Anteil an meiner Entwicklung. Und dann sind da natürlich meine Eltern, ohne deren Unterstützung das alles nicht möglich gewesen wäre. Ich weiß nicht, wie viele Kilometer mein Vater mich schon durch die Weltgeschichte zu irgendwelchen Spielen gefahren hat.


Als Dein Vater damals mit dem Gedanken spielte, Dich von Handball abzumelden - war das der Punkt, an dem Du gedacht hast: ‚Dem zeig‘ ich‘s jetzt!‘?

(lacht) Ja, das könnte man meinen, aber zu dem Zeitpunkt hatte ich von diesen Gedankenspielen meines Vaters keine Ahnung – das hat er mir erst Jahre später anvertraut. Mein Vater und ich haben schon eine sehr, sehr enge Bindung durch den Handball bekommen: Jedes Spiel, jede Aktion wurde da im Nachgang analysiert, was auch sehr oft zu einem schiefen Haussegen geführt hat: Zwischenzeitlich musste meine Mutter meinem Vater und mir sogar Handball-Gesprächsverbote am Essenstisch erteilen. Es war schon sehr intensiv, wie der Handball unser Leben bestimmt hat und noch immer bestimmt.


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Als A-Jugendlicher stand Philipp Becker in der Saison 2007/2008 erstmals im erweiterten Kader der ersten Mannschaft. Hier trägt er eher zufällig die Nummer 11. Archivfoto: Sportfreunde Budenheim


Welche Erinnerung hast Du an Deinen Einstand bei der ERSTEN der Sportfreunde?

Das kann ich Dir sehr genau wiedergeben: Es war ein Auswärtsspiel bei der HG Saarlouis. Röpi (Andreas von Römer) hatte sich damals im Training in der Woche vorher verletzt, und ich habe dann dort meine ersten Spielminuten bekommen. Das Spiel haben wir gnadenlos verloren, ich meine mit mehr als 20 Toren Differenz.


Wie alt warst Du da - noch in der A-Jugend?

Ja genau, im zweiten Jahr A-Jugend. Wie viele andere aus meinem Team hatte ich zuvor schon in der ZWOTEN gespielt und parallel bei der ERSTEN mittrainiert. So kam ich in den Genuss, mir bei meinem Debüt in der Herren I gleich eine schöne Klatsche abzuholen.

Wo wir gerade bei Negativerlebnissen sind – welche Niederlagen sind die in besonderer Erinnerung geblieben?

Also ergebnistechnisch waren da einige, nennen wir sie ‚lehrreiche Spiele‘ dabei. In den zwei Jahren Regionalliga haben wir oft auf die Mütze bekommen, vor allem in Saarlouis, Umstadt oder in Gensungen/ Felsberg. Besonders weh getan hat das Spiel mit Saulheim gegen Friesenheim, in dem wir in der Saison 2010/2011 die schon sicher geglaubte Meisterschaft in der Oberliga noch verzockt haben. Auch sehr schmerzhaft war die Saison zuvor, als ich mit Budenheim das entscheidende Spiel um den Abstieg aus der Regionalliga verloren habe.


Ok, Schluss jetzt mit den frustrierenden Seiten unseres Sports! Was waren die Höhepunkte Deiner Handballkarriere?

Das war zunächst einmal die Chance, mit dem TV Groß-Umstadt zwei Jahre in der dritten Liga zu spielen. Dann die Phase, als ich beim TV Großwallstadt, damals noch Erste Bundesliga, mit Spielern wie Steffen Weinhold und Mattias Andersson trainieren durfte – das war schon eine coole Erfahrung. Als Spieler aus Budenheim mit den Sportfreunden in der Regionalliga zu spielen, war auch sehr, sehr geil. Herausragend war, dass wir dort zweimal die Klasse halten konnten.


Erzähl mal, wie waren der deutsche Nationalspieler Steffen Weinhold und der schwedische Nationalkeeper Mattias Andersson als Teamkameraden?

Naja, sie als Teamkameraden zu bezeichnen, geht vielleicht etwas zu weit. Ich hatte als Anfang 20-Jähriger über ein paar Kontakte die Möglichkeit, hier und da mal im Training beim TV Großwallstadt mitzumachen und habe dieses Angebot natürlich sehr gerne genutzt. Mattias im Tor war schon sehr deprimierend: Ich glaube, ich habe kein einziges Tor geworfen – und die Hälfte meiner Würfe hat er gefangen. Das war schon eine harte Erfahrung.


Glaubst Du, er würde Deine Bälle heute immer noch fangen?

Oh ja, das glaube ich allerdings (lacht).


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Philipp Becker in seiner ersten Aktiven-Saison: Hier setzt er sich im April 2009 im Regionalligaspiel gegen die HSG Mülheim Kärlich / Bassenheim durch. Foto: Bernd Eßling


Einen Klassenerhalt in der Regionalliga mit den Sportfreunden hast Du im letzten Saisonspiel auswärts in Hermsdorf gefeiert. Die Rückfahrt im Mannschaftsbus gilt bis heute als legendär.

Diese Heimfahrt war ein absoluter Höhepunkt! An das Spiel selbst kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern, aber die Feier danach war in der Tat der Wahnsinn! Damals waren Arne Kokot, Armin Henke, Volker Schuster, Tobi Hahn, Röpi, Chris Roll, Sme (Michael Smedla), Luke, und und und im Team. Die Rückfahrt war sehr, sehr lang und sehr feucht-fröhlich – einfach sensationell. Wir hatten kanisterweise Cocktails vorbereitet, da war schon einiges geboten …

Alle Straftaten sind inzwischen verjährt, Du darfst Details preisgeben!

Ja, es gab da diverse sozialkritische Aktionen, die ich leider auf keinen Fall schwarz auf weiß irgendwo lesen möchte, da fühle ich mich dem Ehrengesetz verpflichtet: ‚Was in der Mannschaft passiert, bleibt in der Mannschaft‘ (lacht). Aber ich denke, bei acht, neun Stunden Rückfahrt mit reichlich Alkohol sollte sich jeder Handballer vorstellen können, was da abging.

Du brauchst ja keine Namen zu nennen.

Also gut, es gab diverse Getränke, die den Weg wieder rausgefunden haben und auf unterschiedlichen Textilien gelandet sind: auf Sitzen, Taschen und fremden Körperteilen. Nach einem Disput über eine zu laute Musikbox gab es auch eine kleine verbale Auseinandersetzung … Ich denke, damit sollten sich alle Beteiligten mit einem Lachen auf dem Gesicht wiederfinden.

Jeder, der sich für Handball in der Region interessiert, kennt Dich mit der Rückennummer 49 – doch die hast Du nicht immer getragen. Wie kam es dazu, und was bedeutet Dir diese Nummer?

In der Jugend hatte ich die 9, doch als ich zu den Herren kam, war diese bereits von Volker Schuster belegt. Also habe ich die 4 genommen. Als ich später nach Saulheim gewechselt bin, waren beide Nummern schon vergeben, also habe ich die beiden Ziffern kombiniert. In Groß-Umstadt und nach meiner Rückkehr zu den Sportfreunden habe ich an dieser Nummer festgehalten. Nun trage ich sie seit fast zehn Jahren und habe viele Erinnerungen mit ihr. Meine Schwester Elena läuft ja ebenfalls mit der 49 auf, sodass sie der Waldsporthalle nicht verloren gehen wird.

Rein sportlich gesehen waren Deine beiden Spielzeiten in der Drittligamannschaft beim TV Groß-Umstadt die wohl intensivste Zeit Deiner Handballlaufbahn. Wie hast Du diese erlebt?

Ja, das stimmt, allein die Fahrt: eine Stunde hin, anderthalb bis zwei Stunden Training und wieder eine Stunde zurück - und das vier bis fünfmal die Woche, das war schon sehr zeitintensiv. Dann die Spiele erst in der Südstaffel, mit Fahrten bis nach Konstanz. Und im zweiten Jahr in der Oststaffel mit Fahrten nach Dresden, da ging schon einiges an Zeit flöten. Aber es war einfach eine geile Zeit mit geilen Leuten, und ich würde jede Minute wieder investieren. Sportlich konnte ich mich dort vor allem in der Abwehr neben Olli Schulz sehr, sehr gut weiterentwickeln und viel lernen.


2012 wechselte Philipp Becker von der SG Saulheim in die dritte Liga nach Hessen. Archivfoto: TV Groß-Umstadt


Seit Deiner Rückkehr zu den Sportfreunden aus Groß-Umstadt im Jahr 2014 bist Du DAS Gesicht des Budenheimer Handballs – hast Du eine Erklärung für Deine Popularität?

Tja, das ist eine sehr gute Frage, so richtig habe ich da keine Antwort drauf. Ich denke, das hat viele Gründe: Ich bin in Budenheim aufgewachsen habe dort lange, lange Handball gespielt. Mich kennen in Budenheim sehr viele Leute. Zudem habe ich höherklassig gespielt und bin zusammen mit Lukas Scheer nach zwei Jahren Saulheim und zwei Jahren Umstadt wieder zurück zu meinem Heimatverein gekommen, was damals eine große Resonanz erzeugt hatte. Nach meiner Rückkehr wurde ich direkt Kapitän der Mannschaft, das hat auch immer Symbolcharakter. Vermutlich haben all diesen Faktoren zusammen dazu geführt.


Du hast bereits erzählt, wie sehr Dich der Handball mit Deinem Vater verbindet - doch er verbindet Dich auch mit vielen anderen Menschen. Was bedeutet der Handball für Dein soziales Leben?

Mein komplettes soziales Umfeld gründet mehr oder weniger auf dem Handball: Meine besten Freunde kommen alle aus dem Handballbereich - wirklich alle! Gegen meine heutige Freundin habe ich schon in der E-Jugend gespielt, und später standen wir mit der Schulmannschaft zusammen auf der Platte. Daraus hat sich weit mehr als eine tiefe Freundschaft entwickelt, aus der dann letztes Jahr auch unser kleiner Sohn Theo entstanden ist. Ohne den Handball würde mein aktuelles soziales Umfeld völlig anders aussehen. Ich bin froh, dass es ist, wie es ist.


Auch nach Deinem Karriereende werden Mitglieder der Familie Becker/Ketelaer in der Waldsporthalle auf der Platte stehen. Wünschst Du Dir, dass Theo irgendwann in Deine Fußstapfen tritt?

Ja stimmt, meine Schwester Elena und Karim halten für unsere Familie weiter die Flagge hoch. Ich würde mir wünschen, dass Theo eine Mannschaftssportart betreibt, denn das ist einfach das Geilste: mit den Jungs nach einem Spiel zusammen Siege zu feiern oder Niederlagen zusammen zu verarbeiten. Natürlich fände ich es super, wenn er auch den Weg zum Handball fände, zumal viele meiner früheren Mannschaftskameraden auch Kinder in ähnlichem Alter haben und man sich dann die Spiele mehr oder weniger entspannt mit einem Bierchen zusammen anschauen könnte. Aber wenn er in einer anderen Sportart mehr Erfüllung finden sollte, dann bekäme er auch dafür von mir Tausend Prozent Unterstützung.


Abschied als Sportler, aber nicht als Sportfreund: Pibbo bleibt in neuer Funktion Teil der Herren I. Foto: SFB / Ingo Fischer


Was meinst Du, wie die Sportfreunde den nun anstehenden Umbruch bewerkstelligen werden – ist der Angriff auf die dritte Liga jetzt erst einmal verschoben?

Das ist eine sehr, sehr spannende Frage. Ich denke, das Team muss seine Erwartungen zunächst etwas runterschrauben, was nicht heißen soll, dass die ERSTE jetzt den Oberliga-Klassenerhalt als Ziel ausrufen muss. Aber neben meinem Abgang werden auch die Personalien Lukas Scheer, Benni Kröhle und Chris Goetzien sowohl menschlich als auch sportlich Lücken hinterlassen, die erst einmal durch die verbleidenden und neuen Spieler geschlossen werden müssen. So etwas braucht Zeit und Ruhe. Man würde den Jungs keinen Gefallen tun, wenn von außen oder auch von ihnen selbst direkt wieder der erste Platz als Saisonziel ausgerufen würde.

Was hältst Du für realistisch?

Wir bekommen mit Lukas Klimavicius, Finn Engelmann und Paul Baum gute, junge Spieler hinzu, zudem ist der erfahrenen Allrounder Marcel Jamin bereits zu uns gestoßen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir mit Nagel, Blezinger, Knieps, Rigterink, Kosel, Ketelear, Diehl, Dübal, Jodi (Johannes) Sturm, Gräber, Lang und Teschner auch weiterhin über eine außergewöhnlich gut besetzte Oberligamannschaft verfügen, und als weitere junge Spieler werden Tobi Weyrich und Jannis Werner ihre gute Entwicklung fortsetzen. Aus diesen Spielern wird Volker wieder eine geile Truppe formen. Daher sollte der Anspruch vorhanden sein, in der kommenden Spielzeit im oberen Drittel zu landen.

Das Interview führte Ingo Fischer.

 



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