Neuzugang #5: Finnian Lutze

Finnian_700.jpgDer fünfte Neuzugang bei den Handballern der Sportfreunde Budenheim: Finnian Lutze wechselt aus der Dritten Bundesliga zum rheinhessischen Spitzenklub. Foto: Gerhard Mussenbrock / Sportfreunde Budenheim

Überraschungs-Neuzugang unserer ERSTEN, Finnian Lutze (18), im Interview

"Ich will Teil des Budenheimer Erfolgs sein"

Vor zwei Jahren tat sich Entscheidendes im Leben des damals 16-jährigen Handballtalents Finnian Lutze, das zu diesem Zeitpunkt noch für den Bundesliga-Nachwuchs des TSV Hannover-Burgdorf in der deutschen B-Jugend-Meisterschaft auflief: Er lernte seine Freundin kennen - und die Sportfreunde Budenheim. Nun zieht es das junge Handball-Paar in unsere Gefilde: Anika Kilian als Profi beim Erstliga-Aufsteiger Mainz 05 – und Finnian Lutze als Nachwuchs-Hoffnung bei den DJK Sportfreunden Budenheim in der Oberliga RPS. Ein Interview über hohe Sprünge und sanfte Würfe, Senkrechtstarter in der Dritten Bundesliga, Muckibuden-Abos und das Glück, nur der Zweitjüngste in der Budenheimer ersten Mannschaft zu sein.


Der Sportfreund: Finnian, die mit Abstand wichtigste Frage gleich am Anfang: Bist Du schon Fan der Facebookseite und des Instagram-Auftritts der Sportfreunde Budenheim?


Finnian Lutze: Der Sportfreunde-Facebookseite folge ich tatsächlich bereits seit 2017 - seitdem die männliche B-Jugend der Sportfreunde Budenheim in der Deutschen Meisterschaft gegen Eintracht Hildesheim gespielt hat. Und Fan des @sportfreunde_budenheim-Instagram-Auftritts bin ich seit – kleinen Moment – genau drei Sekunden.

Der Sportfreund: Fantastisch – guter Mann! Bis vor wenigen Wochen hatte Dich noch niemand auf der Rechnung, nun gehörst Du plötzlich zu den jungen Wilden im Sportfreunde-Team. Erzähle doch mal, wie es dazu gekommen ist und was Deine Freundin damit zu tun hat!

Finnian Lutze:
Meine Freundin Anika Kilian und ich sind jetzt seit zwei Jahren zusammen – wir haben uns kurz bevor ich nach Lemgo gewechselt bin kennengelernt. Sie hat damals noch und bis vor kurzem das Handball-Internat von Blomberg/ Lippe bewohnt. Jetzt haben wir uns darauf verständigt, zusammenziehen zu wollen …

Der Sportfreund: … allerdings nicht in Nordrhein-Westfalen …

Finnian Lutze: Richtig, Anika hat gerade einen Vertrag beim Erstliga-Aufsteiger Mainz 05 unterschrieben. Sie wollte wieder in die Nähe ihrer Heimat – sie ist in Zwingenberg bei Bensheim aufgewachsen, rund 45 Autominuten von Budenheim entfernt. Also habe ich mich beruflich für die Zeit nach meinem am 31. Juli endenden Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) auch in die Region Rheinhessen orientiert. Die Option, zu den Sportfreunden Budenheim zu gehen, hatte ich schon etwas länger im Hinterkopf.

Der Sportfreund: Es gibt neben den Sportfreunden noch einige weitere Oberligisten und auch Drittligisten in der Region - warum hast Du Dich für Budenheim entschieden?

Finnian Lutze: Seitdem ich vor etwa zwei Jahren auf die damalige B-Jugend der Sportfreunde Budenheim aufmerksam geworden bin, habe ich immer wieder Beiträge über die Budenheimer Herren I auf Facebook gelesen und habe ihren sportlichen Weg intensiv verfolgt. Über den neuen Trainer meiner Freundin ist dann der Kontakt zu verschiedenen Mannschaften in der Region entstanden, und Sportfreude-Trainer Volker Schuster hat sich sehr schnell bei mir gemeldet.

Der Sportfreund: Das freut mich jetzt außerordentlich, dass auch die Medienpräsenz der Sportfreunde zu Deiner Entscheidung beigetragen hat. Wie ging es dann weiter?

Finnian Lutze: Ich musste noch etwas warten, bis mir mein künftiger Arbeitgeber in Wiesbaden die Zusage gegeben hat – dann haben Volker und ich uns direkt mit SFB-Abteilungsleiter Gerhard Mussenbrock zusammengesetzt und jeweils unsere Ziele und Erwartungen ausgetauscht. Wir waren uns sehr schnell einig, dass unsere Vorstellungen sehr gut zusammenpassen – und … Bingo!

Der Sportfreund: Wie hast Du die Sportfreunde bei Deinem Erstkontakt mit Hildesheim erlebt?

Finnian Lutze: Ich hatte kurz zuvor das Hildesheimer Team verlassen und damals schon beim Bundesliga-Nachwuchs von Hannover-Burgdorf gespielt. Kennengelernt habe ich die Sportfreunde also auf der Tribüne als Zuschauer. Die B-Jugend hat ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht, aber knapp mit 24:26 verloren. Es war auf jeden Fall ein guter erster Eindruck.

Der Sportfreund: Und welchen ersten Eindruck hast Du jetzt aktuell von Deinem neuen Team gewonnen?

Finnian Lutze:
Da ich unter der Woche noch bis Ende Juli wegen meines FSJ in Göttingen sein muss, bin ich momentan nur am Wochenende im Training der ERSTEN dabei. Der erste Eindruck ist durchweg positiv und die Trainingseinheiten machen richtig Bock.

Der Sportfreund: Mit Deinen fast 19 Jahren kannst du schon einen beachtlichen Lebenslauf als Handballer vorweisen – vor zwei Jahren hast Du sogar im Halbfinale der deutschen A-Jugend-Meisterschaft gestanden. Was waren bislang deine Stationen als Handballer?

Finnian Lutze:
Stationen als Handballer hatte ich in der Tat schon einige – sogar mehr als es mir im Nachhinein lieb ist. Aber ich hatte immer einen guten Grund zu wechseln, der außer bei meinem Weggang vom TBV Lemgo zum Northeimer HC nie ein sportlicher war. Meine bisherigen Vereine im Leistungssport waren Eintracht Hildesheim, TSV Hannover-Burgdorf, TBV Lemgo in der Jugend und zuletzt der Northeimer HC in der Dritten Bundesliga bei den Aktiven.

Der Sportfreund: Was waren Deine bislang größten sportlichen Erfolge?

Finnian Lutze: Zu den größten Erfolgen zähle ich das schon angesprochene Erreichen des Halbfinales in der Deutschen A-Jugend-Meisterschaft gegen die HSG Wetzlar sowie das Erreichen des fünften Platzes in der vergangenen Saison in der Dritten Bundesliga, mit dem sich Northeim erneut für den DHB-Pokal qualifiziert hat.

Der Sportfreund: Wie hast Du Deine erst kürzlich zu Ende gegangene erste Saison als aktiver Spieler erlebt?

Finnian Lutze:
Das war für mich eine aufregende Saison! Ich habe ganz bewusst auf mein letztes Jahr in der A-Jugend verzichtet und bin nach Northeim gegangen. Ich wusste selber nicht so richtig, wohin die Reise geht, und selbst der Verein, der finanziell keine großen Mittel hatte, wusste zunächst nicht so richtig, wie er mich einschätzen sollte und welches Potenzial überhaupt in der Mannschaft steckte – Saisonziel war der Klassenerhalt.

Der Sportfreund: Und wie lief es für Dich persönlich?

Finnian Lutze: Für mich persönlich lief es in der Vorbereitung sehr gut, doch zu Beginn der Saison dann auf einmal gar nicht mehr: Ich habe kaum noch gespielt. Im vierten Spiel ist der Knoten geplatzt, und ich durfte sogar die letzten Minuten in einer sehr spannenden Partie auf der Platte stehen. Von den letzten fünf Toren war ich an vieren beteiligt. Das war der Durchbruch, auch wenn ich im Verlauf der Hinrunde noch einmal drei Spiele ganz ohne Einsatzzeiten verkraften musste. Doch nach der kurzen Durststrecke bin ich in nahezu jedem Spiel auf mindestens 40 Minuten Einsatzzeit gekommen. Am geilsten war natürlich das First4 im DHB-Pokal mit dem THW Kiel in unserer Gruppe – und das vor 2.000 Zuschauern in meiner Heimatstadt.

Der Sportfreund: In Göttingen?

Finnian Lutze: Genau, in der Sparkassen-Arena, wo sonst die Basketballer ihre Heimspiele in der Ersten Bundesliga austragen.

Der Sportfreund: Wow! Wie war das Spiel gegen Kiel – hast Du eine Bude gegen Nationaltorwart Andreas Wolf gemacht?

Finnian Lutze:
Wir haben leider den damaligen Zweitliga-Aufsteiger Bayer Dormagen als Gegner im ersten Spiel gehabt. Ab der 45. Minute mussten wir den Traum vom Spiel gegen den späteren Pokalsieger Kiel begraben.

Der Sportfreund: Schade! Du bist als 1,87 Meter großer Rechtshänder gelernter Rückraumspieler. Was bist Du für ein Spielertyp – bist Du eher Abwehr- oder Angriffsspezialist. Genauer: der Shooter, der Mann für geniale Kreisanspiele, der Mann für die zweite Welle, der Ballverteilter, ganz was anderes – oder alles zusammen?

Finnian Lutze:
Auch wenn es blöd klingt: Ich habe von allem etwas in mir. Ich bin in allem nicht der Beste, aber gerade durch meine Vielseitigkeit konnte ich in der vergangenen Saison so auftrumpfen. Und wenn ich eine gute Torchance habe, mein Mitspieler aber eine sehr gute, dann spiele ich den Ball lieber ab als die geringere Chance zu wählen, nur um vielleicht ein Tor mehr auf dem Spielbericht zu haben.

Der Sportfreund: Also der selbstlose Allrounder?

Finnian Lutze:
Allrounder trifft es auch nicht so ganz, genauso wenig wie das Attribut „selbstlos“. Ich würde sagen, ich bin ein gut ausgebildeter, mannschaftsdienlicher Spieler.

Der Sportfreund: Den Sprungwurf bezeichnest Du selber als eine Deiner großen Stärken und Schwächen gleichzeitig – erkläre mal!

Finnian Lutze:
Mir wurde des Öfteren gesagt, dass ich einen guten Sprung habe. Aber manchmal geht meine gesamte Energie in die Beine - und aus dem Arm kommt dann nichts mehr raus.

Der Sportfreund: Welche sonstigen Stärken hast Du?

Finnian Lutze:
Ich kann in den letzten Spielminuten sehr ruhig und gelassen bleiben: Das ist definitiv eine Stärke von mir. Außerdem kann ich gut auf neue Situationen im Spiel reagieren.

Der Sportfreund: Und an welchen Schwächen – außer der Wurfgeschwindigkeit – musst Du am meisten arbeiten?

Finnian Lutze:
Sicherlich muss ich in der Abwehr weiter zulegen. Mental muss ich nach zwei, drei Fehlwürfen gelassener bleiben und nicht versuchen, noch mehr Fehlwürfe zu sammeln – was im vergangenen Jahr im Vergleich zu meiner Jugendzeit gut geklappt hat. Insgesamt muss ich auf dem Spielfeld selbstbewusster werden. Und seit längerem ein großes Problem ist mein Körper: Da muss ich dringend zulegen

Der Sportfreund: Also Spezialeinheiten in der Mucki-Bude?

Finnian Lutze:
Die warten definitiv auf mich!

Der Sportfreund: Du kommst nun in ein Team im Umbruch: Vier sehr erfahrene und erfolgreiche Spieler haben gerade ihre Karrieren beendet, neben Dir sind drei weitere, sehr junge Spieler in ein ohnehin junges Team hinzugekommen. Welche Rolle siehst Du – gerade auch mit Deiner Drittliga-Erfahrung - für Dich in Deinem neuen Team?

Finnian Lutze: Ich denke, ich habe keine andere Rolle als die anderen jungen Spieler im Team – ich bin und bleibe Zweitjüngster. Auf dem Feld gilt es, alles zu geben, um zu gewinnen. Da spielt es keine große Rolle, aus welcher Liga Du kommst. Der Vorteil liegt nur darin, dass ich ein Jahr lang schon viel Erfahrung mit härteren und vor allem spannenden Spielen, die wir reichlich hatten, sammeln konnte. Und das gilt es, ins Spiel mit der neuen Mannschaft einzubringen. Wenn das klappt, dann kann und will ich auch Verantwortung übernehmen. Aber erst einmal bin ich ein neuer Mitspieler und Zweitjüngster im Team – da muss ich zeigen, dass ich es kann, und zuvor brauche ich mir über irgendwelche Rollen gar keine Gedanken zu machen. Die Rollen im Spiel ergeben sich von alleine – und außerhalb der Platte ist ohnehin das Alter entscheidend dafür. (lacht)

Der Sportfreund: Ja, das ist wohl so. Also immer hoffen, dass Küken Finn Engelmann im Training ist!

Finnian Lutze:
Ich zähle ganz fest auf ihn! (lacht)

Der Sportfreund: Welche kurzfristigen und mittelfristigen Ziele siehst Du für Dich und die Sportfreunde Budenheim?

Finnian Lutze:
Kurzfristig geht es für mich darum, mich einzuleben in Region, Studium und Verein. Dann geht es darum, sich neu einzuspielen und zu finden, da die Mannschaft doch einen größeren Umbruch hinter sich hat. Mittelfristig, also in etwa drei Jahren, will der Verein in die Dritte Bundesliga. Auch ich will das – und zwar so schnell wie möglich. Ich werde mich voll dafür reinhängen, Teil des Erfolgs der Sportfreunde Budenheim zu sein.

Das Interview führte Ingo Fischer.


Steckbrief

Name: Finnian Lutze
Geburtstag: 15.07.2000
Geburtsort: Göttingen
Aufgewachsen in Rosdorf (Süd-Niedersachsen)
Größe: 187cm
Gewicht: 86 Kg
Position: Rückraum
Wurfhand: Rechts
Letzter Verein: Northeimer HC (Dritte Liga)
Ausbildungsvereine: u.a. TSV Burgdorf und TBV Lemgo
Erfolge: 5. Platz im Länderpokal Jahrgang 1999; Teilnahme an vier Deutschen Meisterschaften; A-Jugend-Halbfinale 2017; Teilnahme erste Runde DHB-Pokal 2018/2019; 5. Platz in der Dritten Bundesliga West 2018/2019.


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